Reisebericht Banff bis Vancouver


Sonntag, 19.07.2015

 

Schon bald nach Golden steigt der Trans Canada Highway wieder hinauf ins Gebirge und durch den wunderschönen Glacier Nationalpark. Da die namengebenden Gletscher von der Straße aus nicht zu sehen sind, mussten wir uns mit tollen Ausblicken auf das Bergpanorama begnügen. Wer die Gletscher entdecken will, muss sich auf längere Wanderungen begeben. Dafür hielten wir aber beim Giant Cedars Trail, einem sehr schön angelegten etwa 500 m langen Holzplankenweg mitten durch einen Wald riesiger Rotzedern. Manche von Ihnen sind etwa 800 Jahre alt. Der Wald wird mit Ausnahme der Planken naturbelassen und mutet daher auch irgendwie geheimnisvoll und mystisch an. Ein wirklich lohnenswerter Zwischenstopp direkt am Highway.

Ob man dies auch über den nur 3 km weiter liegenden Skunk Cabbage Trail sagen könnte, darüber waren wir uns nicht so ganz einig. Jedenfalls führt auch hier ein sehr schön angelegter Steg über etwa 1 km durch eine sumpfige Landschaft mit dem hier wachsenden stinkenden Riesenkohl. Um sich nach den Rotzedern weiter die Beine zu vertreten war der Weg auf jeden Fall schön.

Kurz nach Canyon Hot Springs beginnt der Mount Revelstoke Nationalpark. Kurz vor der Ortschaft Revelstoke zweigt nach rechts der Meadows-in-the-Sky-Parkway ab. Dieser führt über 27 km in vielen Serpentinen den Berg hinauf. Schon auf dem Weg hinauf wachsen entlang der Straße Unmengen von bunten Wildblumen. Wir stellten unseren Camper auf dem unteren Parkplatz ab und erwischten zum Glück einen der letzten verfügbaren Stellplätze. PKW´ s können auch ein Stück weiter auf den oberen Parkplatz fahren. Aber auch dort sind die Plätze begrenzt. Die wenigen Meter vom unteren zum oberen Parkplatz sind schnell zurückgelegt. Sogleich waren wir von einem ganzen Schwarm lästiger Stechmücken eingekreist, nahmen aber gleich den neben dem Parkplatz liegenden Balsam Lake in Augenschein. An der Haltestelle warteten wir auf den Transfer-Shuttle auf den Gipfel, denn aus verständlichen Naturschutzgründen wurde der letzte gute Kilometer für Autos gesperrt. Oben angekommen machten wir uns sogleich auf den Weg  über den Meadows-in-the-Sky-Trail über hochalpine Wiesen die komplett mit den wunderschönen Wildblumen bewachsen waren. Man musste wegen der lästigen Mücken in Bewegung bleiben. In einem felsigen schattigen Kessel lag sogar noch ein wenig Schnee des Winters. Von hier hatten wir einen faszinierenden Blick auf die gegenüber liegenden Berge. Zurück am Ausgangspunkt stiegen wir den kurzen aber sehr steilen Weg hoch zum Historic Fire Lookout, einem Aussichtpunkt mit grandiosem Blick ins Tal. Von hier konnte man die vielen Wanderwege beliebig ausdehnen. Wir gingen über einen kleinen Umweg zurück, kamen an einem toll spiegelnden kleinen See vorbei und wollten mit dem nächsten Shuttle zurück zum Parkplatz. Doch dieser sollte erst in einer Viertelstunde kommen und stehend fraßen einen die Mücken auf. Also machten wir uns auf den Weg, um die überschaubare Strecke zu Fuß zurückzulegen. Bergab war das kein Problem und ohnehin schöner als im Shuttle-Bus.

Zurück bei Revelstoke und auf dem Trans Canada Highway bogen wir gleich schon wieder ab auf die 23 nach Norden. Entlang des Columbia River fuhren wir vorbei am Revelstoke Dam, der den Fluss ab hier zum Revelstoke Lake anstaute, bis zum Martha Creek Provincial Park und dem dortigen Campingplatz. Wir hatten einen tollen Platz direkt am See reserviert, in dem wir nach einem ausgiebigen Sonnenbad auch noch schwimmen gingen. Tolles Wetter, toller Tag.


Montag, 20.07.2015

 

Heute hatten wir eine etwas weitere Strecke zurückzulegen. Wir fuhren zurück nach Revelstoke und über die Brücke des Columbia River, den Trans Canada Highway weiter Richtung Westen. Im Ort Sicamous wechselten wir auf die 97a nach Süden. Es ging vorbei am Mara Lake und relativ ereignislos bis zur Stadt Vernon. Hier kamen wir bereits in das Okanagan Valley, das bekannt für seinen Obstbau ist. Das Klima ist hier außergewöhnlich warm und trocken und auch im Winter ist er relativ mild. Den langen s-förmigen Okanagan Lake überquerten wir bei der Stadt Kelowna und fuhren an der Westseite des Sees bis zum Okanagan Lake Provincial Park, wo wir für die Nacht gebucht hatten. Den Nachmittag verbrachten wir am Strand des Okanagan Lake.


Dienstag, 21.07.2015

 

Am heutigen Tag fuhren wir ein Stück am See zurück bis kurz vor Kelowna. Dort kauften wir an einem der zahlreichen Stände Obst für den Tag und Abend. Alles frisch und lecker. Über den Zubringer 97c, den sogenannten Okanagan Connector und weiter über die 5a zum Highway 5 kamen wir gut voran. Diesen fuhren wir dann durch die Berge nach Süden bis zum Ort Hope, wo wir wieder auf den Trans Canada Highway trafen. Kurz danach verließen wir den Highway Richtung Harrison Hot Springs und von dort über eine Schotterstraße zum Sasquatch Provinvial Park, wo wir unser letzte Nacht verbrachten. Am dortigen See, sehr idyllisch gelegen, genossen wir die letzten Sonnenstrahlen und am Abend das frische Obst mit Käse.


Mittwoch, 22.07.2015

 

Heute war Abreisetag. Wir packten unsere Sachen, reinigten den Camper und leerten an einer Tankstelle in Harrison Hot Springs die beiden Abwasserbehälter. Über den Trans Canada Highway fuhren wir in Richtung Vancouver und vorher nach Süden zurück nach Delta. Es war gar nicht so leicht ohne Navi die Verleihstation von Cruise Canada wieder zu finden, aber dank Ulli´s guter Kartenlesekenntnisse fanden wir sie auf Anhieb. Wir kamen genau rechtzeitig dort an, gaben den Camper ohne Beanstandung ab und saßen kurz darauf wieder in einem Green Cab in Richtung Flughafen. Natürlich nicht ohne unseren Nationalparkspass an eine holländische Familie für einen kleinen Obolus weiterzuverkaufen und unserer restlichen Bestände  an Spülmittel, Klopapier usw. an eine junge Familie zu verschenken. Am Nachmittag hoben wir von kanadischem Boden ab.


Donnerstag, 23.07.2015

 

Am späteren Vormittag landeten wir in Amsterdam und erreichten unseren Anschlussflug nach Nürnberg problemlos. Erschöpft aber glücklich nach einer spannenden, erlebnisreichen, romantischen und einfach nur tollen Reise kamen wir wieder zu Hause an.

 

März 2016 Ulli & Atti