Über die Insel Gran Canaria


Für einen Tag mieteten wir uns einen Polo, um die Insel mit dem Auto zu erkunden. Der Avis-Schalter direkt im Hotel kam uns da sehr entgegen. Besonders positiv empfanden wir, dass die Autos direkt am Hotel geparkt waren und wir es auch am Abend wieder dort abstellen konnten. Die Buchung erfolgte problemlos, geärgert hat uns nur, dass die Avis-Dame am besagten Morgen 20 Minuten zu spät kam, zumal sie ohnehin erst ab 09:00 Uhr ihren Dienst antritt und uns genau die Zeit fehlte, um auch noch am Abend zum Roque Nublo zu laufen. Ansonsten gab es nichts zu meckern und auch der Preis war fair.


Da wir nicht so gerne auf der Schnellstraße Richtung Puerto de Mogán fahren wollten und uns von der Küstenstraße auch einige schöne Ausblicke oder Passagen versprachen, nahmen wir den deutlich mehr Zeit beanspruchenden Weg über Maspalomas, Arguineguin und Puerto Rico. Das hätten wir uns sparen können, denn außer hässlichen Hotelburgen, die lieblos an die Felshänge gepflanzt wurden und einer Menge vulkanischer brauner Felsen sahen wir nichts. Die hier verloren Zeit hätten wir lieber an schöneren Stellen "verbraucht".

In Puerto de Mogán angekommen waren wir dann erleichtert, dass das kleine Hafenörtchen  deutlich ansehnlicher war. Schöne kleine weiß getünchte Häuser mit bunten Verzierungen und eine Unmenge an Blumen sorgten für ein sehr angenehms Flair. Wir liefen durch ein paar Gassen in Richung des Hafens und flanierten dort entlang. Leider war der Himmel fast komplett bedeckt, so dass eine etwas trübe Lichtstimmung herrschte. Die vielen Segel- und Motorboote lagen malerisch im Hafen. Der in Prospekten gerne verwendete Vergleich mit Venedig hinkt der Wirklichkeit dann aber doch ein gehöriges Stück hinterher. Das unter einigen Häsuern eine Art Kanal hindurch geht, reicht noch nicht aus, um es mit Venedig aufzunehmen. Alles in allem aber ein lohnenswerter Ausflugspunkt, der bei Sonnenschein oder in der Abendstimmung bestimmt noch mehr Reiz hat.


Von Puerto de Mogán aus ging es auf schmaler Straße in die Berge. Kurz vor dem Ort Mogán hielten wir kurz an einer malerischen Windmühle, vor der im Garten auch Kaffeekocher und Topf in Übergröße aufgestellt waren. (Siehe Foto ganz oben)

Dem Abzweig auf die C200 folgend kamen wir nur kurze Zeit später an farbigen Felsformationen vorbei, die durch Mineralablagerungen entstanden sind. Sehr schön. Ideal platziert lag hier auch ein großer Verkaufsstand für Früchte und allerlei sonstiger Verpflegung. Bei schönem Ausblick über das darunter liegende Tal gönnten wir uns einen frisch gepressten Saft.

Über den Pass fuhren wir auf der anderen Seite in Richtung Westküste hinunter und durch den Ort La Aldea hindurch. Hier konnte man an einem Restaurant anhalten, neben dem ein sehr schöner Kakteengarten angelegt war.


An der Westküste angekommen ging es über sehr kurvige Straßen Richtung Norden. Am Mirador de Balkón genossen wir einen schönen Blick auf die Steilküste. Die Fahrt entlang der jetzt folgenden Küstenstraße war abenteuerlich und schön. Bis zum Städtchen Galdár im Nordwesten hatten wir aber nicht mehr gestoppt. Dort machten wir einen kleinen Spaziergang durch die engen Gassen und schauten uns den zentralen Platz, die Kirche und einen großen Baum mitten im Rathaus an.

Weiter ging es nach Osten in Richtung Las Palmas. Bevor wir jedoch die Hauptstadt erreichten, auf einen Besuch verzichteten wir bewusst, fuhren wir wieder nach Süden in Richtung der Berge. Diese sind auf der Nordseite der Insel deutlich grüner, da sich die Wolken hier oben eher abregnen. So ist auch zu erklären warum der Süden so überaus trocken und meist sonnig ist.

Unsere nächste Station war Arucas mit seiner sehr imposanten Kirche San Juan de Bautista. Ein kleiner Rundgang war sehr schön. Die Rumfabrik schauten wir uns nicht an. Lange hielten wir uns nämlich nicht auf und fuhren jetzt steil in die Berge Richtung dem Örtchen Teror. Auch hier befindet sich eine nette kleine Kirche namens Nuestra Senora del Pino. Sehr schön gelegen ist auch der malerische Dorfplatz.


Von Teror aus fuhren wir über den Pass am Cruz de Tejeda im Zentrum Gran Canarias und gelangten auf der anderen Seite in das malerische Bergdorf Tejeda. Dies war ein wahres Bilderbuchdorf, an einem Berghang in der Nachmittagssonne gelegen, mit einer Pflanzenpracht verziert und mit sehr schönen kleinen Häusern. Wir machten einen kleinen Rundgang durch das Zentrum und hatten dabei viel Freude. Es waren kaum Touristen unterwegs, nur zwei einheimische kleine Jungen spielten miteinander. Der Blick auf den Roque Bentayga auf der anderen Seite des Tales war wunderschön und auf Holzstühlen saßen wir bei Tapas in der Sonne und genossen den Augenblick.


Wir mussten uns dann schweren Herzens lösen, denn hier gefiel es uns ausgesprochen gut und Tejeda können wir für einen Besuch nur empfehlen. Wir fuhren noch einen Abstecher zum Roque Nublo, konnten auf Grund der schnell hereinbrechenden Dunkelheit aber leider nicht mehr den Spaziergang bis zum Gipfel schaffen. Daher entstanden in aufkommendem Nebel nur ein paar mystische Fotos vom Beginn des Weges. Die Heimfahrt ins Tal zog sich dann noch relativ hin, so dass wir erst gegen 19:00 Uhr wieder am Hotel ankamen.

Wir empfehlen bei einem einwöchigem Aufenthalt auf Gran Canaria ebenfalls einen Tag für einen Ausflug einzuplanen. Einen weiteren hätten wir nicht gebraucht. Ist man länger auf der Insel gäbe es aber sicher noch den einen oder anderen sehenswerten Ort, ggf. eben doch die Hauptstadt Las Palmas.